25. Juli 2025
Verschiedene Werte nach Blutdruckmessungen – aber warum?
Wenn Sie innerhalb kurzer Zeit dreimal Blutdruck messen, werden Sie vielleicht drei unterschiedliche Werte erhalten haben. Sie fragen sich wahrscheinlich, ob Sie einen Fehler gemacht haben, oder ob das Blutdruckmessgeräte eventuell defekt ist.B
Wir erklären, wie es zu den unterschiedlichen Werten kommt.
- Kurzgefasst: Blutdruckmessung
- Puls bei der Messung
- Luftablassrate und Blutdruckmessgerät
- Fehlertoleranz5. Zusammenfassung
Kurzgefasst: Blutdruckmessung
Die gute Nachricht zuerst: Es ist in Ordnung, dass Sie drei verschiedene Werte ermittelt haben, es muss im Grunde sogar so sein. Aber warum? Wenn sich das Herz zusammenzieht, wird Blut in den Kreislauf gedrückt. Der höchste Wert, der beim Zusammenziehen des Herzens entsteht, ist der systolische Blutdruckwert. Danach erschlafft das Herz, es macht gewissermaßen eine Pause. Das ist die Zeit, wenn nur noch ein Grunddruck vorhanden ist. Dieser Wert ist der diastolische Blutdruckwert.
Bei der Messung mit einem Blutdruckmessgerät geschieht folgendes:
Eine Manschette wird über den Oberarm gelegt und aufgepumpt, bis die Oberarmarterie abgedrückt ist. Jetzt lassen wir die Luft aus der Manschette langsam ab. An einem bestimmten Moment wird die Oberarmarterie die Manschette hochdrücken. Jetzt beginnt das Blut beginnt wieder zu fließen. Das ist der Moment des systolischen Blutdruckwertes. Der erste Stoß fließenden Blutes verursacht ein wahrnehmbares Geräusch. Nun verringern wir den Druck in der Manschette weiter, bis die Geräusche verstummen. Nun haben wir eine “eingeschlafene” Strömung – das ist der Grunddruck, also der diastolische Blutdruckwert. Das beschriebene Verfahren ist ein indirektes nichtinvasives Messverfahren und somit unblutig. Kommen wir nun zu den Gründen unterschiedlicher Messwerte bei Blutdruckmessungen.

Puls bei der Messung
Wie oben beschrieben, wird erst der systolische Blutdruckwert aus einem Puls ermittelt und der diastolische Blutdruckwert ca. 30 Sekunden später aus einem anderen Puls. Von Pulsschlag zu Pulsschlag gibt es Veränderungen, wenn auch keine großen. Trotzdem wirkt sich das dann auf das Messergebnis aus. Das wird nicht viel sein, aber ein paar mmHg können es sein.


Luftablassrate und Blutdruckmessgerät
Nehmen wir einmal an, Ihr Herz schlägt 60 Mal in einer Minute. Sie haben also einen Puls von 60 Schlägen pro Minute. Weiterhin nehmen wir an, Ihr Blutdruck beträgt zum Zeitpunkt einer Messung 130 zu 80 mmHg. Das bedeutet, der systolische Blutdruckwert liegt bei 130 mmHg und der diastolische Blutdruck bei 80 mmHg.
Bei einem Blutdruckmessgerät wird die Luft aus der Manschette kontinuierlich abgelassen. Dies erfolgt etwa mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 6 mmHg pro Sekunde. Sobald der Druck in der Manschette den systolischen Wert erreicht, sollte die Pumpleistung des Herzens die Manschette bei diesem Wert „aufdrücken“.
Allerdings ist das Herz in diesem Moment gerade entspannt, also liegt kein Puls vor. Der Puls kam beispielsweise, als der Manschettendruck noch bei 131 mmHg lag. Das Blutdruckmessgerät lässt weiterhin Luft ab, und der Druck in der Manschette sinkt mit etwa 5 bis 6 mmHg pro Sekunde. Nach einer Sekunde liegt der Druck bei 125 mmHg.
Nun tritt der nächste Puls auf, und das Gerät erkennt die 125 mmHg als den systolischen Blutdruckwert. Obwohl im Körper zum Zeitpunkt der Messung tatsächlich 130 mmHg herrschten, zeigt der Blutdruckmesser nur 125 mmHg an. Dieser Unterschied entsteht durch den Messvorgang selbst.
Wir haben also einen maximalen Messfehler in der Größenordnung der Luftablassrate pro Sekunde. Dieser Messfehler ist durch das invasive Messverfahren bedingt und lässt sich bei herkömmlichen Blutdruckmessungen kaum vermeiden.
Blutdruckwerte
| Systolischer Blutdruckwert | Diastolischer Blutdruckwert | |
|---|---|---|
| Niedriger Blutdruck | unter 100 bzw. 110 mmHg | unter 60 mmHg |
| Normaler Blutdruck | 100 bzw. 110 bis 129 mmHg | 60 bis 84 mmHg |
| Hochnormaler Blutdruck | 130 bis 139 mmHg | 85 bis 89 mmHg |
| Hoher Blutdruck | ab 140 mmHg | ab 90 mmHg |
Fehlertoleranz
Jedes Messgerät, sei es eine Waage, ein Thermometer oder ein Zollstock, besitzt eine Fehlertoleranz. Dies ist normal und fällt im Alltag nicht weiter ins Gewicht. Auch für Blutdruckmessgeräte gibt es eine zugelassene Messfehlergröße. Die Abweichung, den die Druckkennlinie des Gerätes haben kann, beträgt +/- 3 mmHg. In der Gebrauchsanweisung Ihres Blutdruckmessers sind die Messfehlergröße beschrieben.
Zusammenfassung
Die drei genannten Gründe für die Messwertschwankungen sind „technischer“ Art. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer Summierung aller Fehler. Damit kann die Abweichung z.B. beim systolischen Blutdruckwert zum Realwert im Körper durchaus 10 mmHg betragen. Neben den technischen Aspekten wirken auch biologische Faktoren auf die Präzision der Blutdruckmessung. Typische Fehler, die wir immer wieder beobachten sind z.B.: Sprechen, sich bewegen, sofortiges Messen nach dem Essen, Rauchen, Sport treiben, keine Pause nach einer Messwiederholung, Stress, und, und, und …
- Hinweise, wie Sie eine möglichste genaue Messung erhalten, stehen in der Gebrauchsanweisung Ihres Gerätes.
- Lesen Sie daher die Gebrauchsanweisung für Ihr Blutdruckmessgerät genau durch.
- Befolgen Sie die Gebrauchsanweisung!
Blutdruckmessgeräte von SCALA

Handgelenk-Blutdruckmessgeräte

Oberarm-Blutdruckmessgeräte
